Mit der Fähre über den Garda-See - eine Fähr-Reportage mit Impressionen aus Salo di Garda



VORGESCHICHTE


Schon seit etwa 25 Jahren fahren ich (damals alleine)/wir(jetzt mit meiner Familie) und einige befreundete Familien an Pfingsten nach Lazise an den Gardasee. Angefangen hat alles mit einer Schnapsidee einfach für ein paar Tage nach Italien an einen der oberitalienischen Seen zu fahren. Zu dieser Zeit waren wir noch junge Studenten, ausgestattet mit kleinen Zweimannzelten, ein paar Kisten Bier und nicht viel mehr. Und so zog es die Gang, da noch ohne mich, an den Lago Maggiore. Im zweiten Jahr ging es dann zum ersten Mal an den Gardasee. Nach langer Suche fand man dann abends einen Zeltplatz in einem uns damals vollkommen unbekannten Städtchen. Dieses stellte sich dann als Lazise heraus, was meiner bescheidenen Meinung nach eines der entzückendsten Städtchen am ganzen Gardasee ist.

 

Aus ein paar befreundeten Studenten wurden dann mit der Zeit immer mehr Pärchen und Familien und somit wuchs dann auch das Gepäck und die Ausstattung. Zu den Zelten kamen die ersten Vorzelte, Tische, Stühle, und, eine Wohltat für Kaltgetränkliebhaber, die ersten elektrischen Kühltruhen! Noch etwas später fuhren dann die ersten Wohnmobile und Wohnwagen auf dem Campingplatz. Zu den Hochzeiten waren wir an die 15 Familien mit dann auch einer immer größeren werdenden Kinderschar.

 

Auch dieses Jahr waren wir wieder recht viele Familien, nicht mehr so wie früher alle aufeinander, sondern etwas mehr verteilt, weil viele jetzt auch den Komfort eines Mobile-Homes in Anspruch nehmen wollten. Trotzdem ist es jedes Jahr wieder wie ein Nachhausekommen, wenn man den Brenner hinter sich gelassen hat, durch die wunderbare Bergwelt des Trentino gefahren ist und zum ersten Mal den Gardasee in der Sonne blitzen sieht. Wenn dann an einem der vielen Kreisverkehre das mächtige Skaliker-Castello, Wahrzeichen Lazises, auftaucht, dann ist der camping du parc nicht mehr weit. Hat man dann eingecheckt und ausgepackt, sich das erste Mal wieder am See oder im Pool abgekühlt und abends die erste Pizza genossen, dann freut man sich auf einen ersten Spaziergang nach Lazise mit vielleicht einem Eis und eine Flanierrunde an der stimmungsvollen Promenade und am Hafen.


 

Es gibt tatsächlich sehr viele gute Gründe an den Garda-See zu fahren. Einfach weil das Gebiet so abwechslungsreich ist. Beispielsweise liegen in nächster Nähe von Lazise gleich mehrere hübsche Örtchen, die sich zu besuchen lohnt. Richtung Norden wären das zwei Städtchen, die schon alleine wegen ihres Namens für den Garda-See stehen: Bardolino und ein paar Kilometer weiter Garda. Fährt man Richtung Süden, ist man in einer viertel Stunde in Peschiera. Fährt man nochmal etwas weiter, so erblickt man schon bald die Landzunge, auf der Sirmione liegt. Aber auch das wirklich wunderbare Verona ist nur eine halbe Stunde mit dem Auto entfernt. Und fährt man von Peschiera mit dem Zug aus etwa eine Stunde, dann ist man schwupp die wupp am Canale Grande in Venedig.


 

Aber wirklich jedes Jahr entdecken wir am Gardasee neue wunderschöne, interessante, Orte und Landschaften, Dörfer und Städte. Dieses Jahr waren wir zum Beispiel das erste Mal am anderen Ende des Sees in Riva und dort auch in einem kleinen Naturpark. Und auch dieses Jahr sind wir zum ersten Mal, und jetzt komme ich langsam zum eigentlichen Thema, mit der Fähre quer über den See auf die andere Seite, in diesem Fall in das kleine Städtchen Salo, gefahren. Zwar sind wir schon das eine oder andere Mal von Lazise aus zum Beispiel nach Bardolino oder nach Sirmione getuckert, aber eben noch nie auf die andere Seite.


 

Und eben auf dieser Fähr-Fahrt kam mir die Idee einer Reportage. Ein schönes, spannendes oder vielleicht auch herausragendes Foto zu schießen ist natürlich befriedigend! Aber um eine Geschichte zu erzählen ist manchmal ein Foto einfach zu wenig. Und so verließ ich meinen Platz bei meiner Familie und machte mich auf den Weg das Schiff zu erkunden. Vielleicht bot sich mir die Gelegenheit für das ein oder andere interessante Bild. Und schon, wenn man sich auf die Suche, besser gesagt der Jagd danach macht, steigt die Spannung und die Neugier. So war es dann auch, als ich die Fähre erforschte auf der Suche nach spannenden Motiven.

Nachdem wir wieder zu Hause waren und ich die Bilder gesichtet hatte, waren meiner Meinung nach doch ein paar spannende Fotos dabei. Und einige von ihnen würde ich euch jetzt eben gerne hier im Rahmen meiner Fähr-Reportage zeigen.

 


Nach dem Ablegen des Schiffes hatten die Schiffsleute auch den einen oder anderen Moment der Muse!

 


Und auch gerngesehene Begegnungen mit Kollegen kommen immer mal wieder zu Stande.


 


Von Lazise ging es dann in das wunderschöne Bardolino, wo wieder recht viele Ausflügler hinzu stiegen.

 


Auf den Decks kann man die wunderschöne Landschaft genießen und entdeckt immer wieder prachtvolle Pallazzi, wie diese beiden älteren Semester.


 


Unser zweiter Stopp war dann in Garda. Und dieser musste natürlich auch vorbereitet werden.


 


Auch im Frachtraum tummelten sich die Touristen, die nicht nur die besondere Atmosphäre dort genossen, sondern auch den kühlen Wind, der durch das vorne wie hinten offene Deck strömte.

 


Ankunft in Salo. Nicht nur Cowboys müssen mit dem Lasso umgehen können. Auch die Mitarbeiter des Fährbetriebes benötigen Geschick.

Den Herrn an Land sah ich dann übrigens kurz vor unserer Rückfahrt wieder, wie er zwar keine Siesta hielt, aber doch sehr entspannt auf die Ankunft der nächsten Fähre wartete, mit der dann auch wir wieder zurück nach Lazise fuhren.


 

 

Salo fand ich im übrigen sehr fotogen. Vor allem die überdachten Durchgänge und schmalen Treppenstiege sowie die engen kleinen Gassen hatten es mir fotografisch angetan. Die Farben und das changierende Licht zogen mich immer wieder an. Und wenn dann noch eine menschliche Silhouette die Bühne betrat, hatte ich ein stimmungsvolles street-foto. Das findet wahrscheinlich nicht jeder spannend, macht aber nichts. Vielleicht zeig ich doch gleich hier eine kleine Auswahl davon!? Lasst nur mal die Atmosphäre auf euch wirken.


 


 


 


 


 


 


 


 

Uns hat dieser Tag sehr gefallen. Und auch ich kam auf meine Kosten. Zwar hat man als Street-Fotograf meist nicht genügend Zeit, sich ausführlich auf ein Motiv einzulassen, wenn man mit der Familie unterwegs ist. Dafür bieten die kleinen und größeren Städchen in Italien eine Fülle von Motiven und locken mit wunderschönen Farben und Formen, was es oftmals leichter macht ein fotografisch spannendes Motiv zu finden. Ich finde es immer wieder erstaunlich, wie die Italiener diesen leicht verfallenen Charme gepaart mit jenen wunderbaren ocker-, braun- und terracottafarbenen Fassaden hinbekommen.


Nun ja, an den Garda-See werden wir natürlich noch oft wiederkommen. So vieles gilt es noch zu entdecken. So wäre ich dieses Jahr gerne mal nach Brescia gefahren. Aber das ist dann vielleicht ein Ausflugsziel im nächsten Jahr.


Im Sommer geht es dann für uns erst mal in die Nähe zum Lago Maggiore, an dem ich ja, wie oben schon erwähnt, noch nicht war. Und so schließt sich auch für diese Geschichte der Kreis. Aber auch dort wird es sicher wieder viele spannende Motive zu entdecken geben. Ich werde sehen…abdrücken, auswählen und hier berichten.


Bis bald, es grüßt euch


Euer Holger



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