Ick fühl mich jut, ick steh uf Berlin (ideal, 1980) - family-trip to the german capital of street


„Berlin ist unbestreitbar „the place to be“ für Streetfotografie in Deutschland“

 

Vor Ostern war ich von Mittwoch bis Sonntag mit meiner Frau und den beiden Kids für ein paar Tage in Berlin. Natürlich war das in erster Linie ein Familienausflug. Aber selbstverständlich wollte ich diese Gelegenheit auch dafür nutzen endlich auch mal in den Straßen von Berlin auf die Jagd zu gehen. Die Familie stand dabei natürlich im Vordergrund und so musste die Suche nach Motiven und Momenten leider nur nebenher laufen.

Aber glücklicherweise macht es Berlin einem Fotografen wirklich sehr einfach zu ein paar schönen Fotos zu kommen. Denn fast egal wo man ist, dem Regierungsviertel mit seinen futuristischen Gebäuden, dem Potsdamer Platz mit seinen Hochhäusern und dem Sony Center oder aber den vielen alternativen, bunten Kiezen in Friedrichshain, Kreuzberg oder dem Prenzlberg, fast überall gibt es spannende Motive, die sich zumindest als Bühne nutzen lassen. 

Ja, Berlin ist definitiv eine sehr bunte Stadt! Aus diesem Grund sind die meisten Fotos hier farbig. Viele Streetfotografen sind ja der Meinung street muss schwarz/weiß sein, weil die Farben oft vom Motiv ablenken. Das ist natürlich richtig! Manchmal, wie hier, gehören meiner Ansicht nach die Farben aber definitiv dazu!


„Foto-Model“ vor dem berühmten Bruderkuss an der East Side Gallery.

 

Schon allein die vielen bunten Häuser-Fassaden, die fantastische Street – Art, oder aber halt die East Side Gallery sind für sich schon unglaublich abwechslungsreiche Motive. Da braucht man einfach nur ein paar Minuten stehen zu bleiben, schon betritt jemand die Bühne und man hat schnell die Chance für ein spannendes Bild. Hier ein paar Beispiele dafür:




 

Mal abgesehen von der East Side Gallery waren es vor allen Dingen zwei Orte, die ich auf jeden Fall sehen wollte: das RAW – Gelände in Friedrichshain und das Haus Schwarzenberg in der Rosenthaler Straße. Gerade Letzteres ist immer noch ein Geheimtipp. Eigentlich ist es sehr leicht zu finden, denn ein anderer beliebter Spot in Berlin befindet sich direkt daneben - die Hackeschen Höfe. Diese Ecke und die daran angrenzende Oranienburger Straße und der Monbijou-Park sowie die dahinterliegende Museumsinsel mit dem Berliner Dom bieten ebenfalls sehr viele spannende Street – Motive. Aber nun zurück zum Haus Schwarzenberg. Es ist ein alternatives Kulturzentrum, das vor allen Dingen mit seiner fantastischen street-art extrem beeindruckt, wie hier zu sehen ist:


Der Eingang ins Chaos


Anne Frank – Zentrum



Natürlich wäre es schöner, sehe man auf den Bildern Menschen. Aber ich finde, diese Fotos zeigen recht gut, dass Streetfotografie auch ohne Menschen sehr wohl funktionieren kann.

 

Das RAW-Gelände befindet sich in nächster Nähe des U - und S-Bahnhofes Warschauer Straße. Es war früher ein Gelände der deutschen Bahn und ist heute ein Raum für interkulturelle Projekte, Ausstellungen und Märkte. Außerdem befinden sich noch einige Clubs und Bars an diesem Ort. Auch hier findet sich Streetart in allen Arten und Facetten. Sogar die Toiletten an diesem Ort lassen sich als Motiv “missbrauchen“...

…und viele weitere spannende Motive braucht man hier nicht zu suchen, sondern sie laufen einen gerade zu über den Weg…

Barocke Möbel vor Graffiti-Fassade

…natürlich nutze ich dann auch ab und zu mal meine Kinder als willkommene “menschliche Beilage“ für ein spannendes Motiv. Insofern ist das natürlich nicht die reine Lehre der Streetfotografie. Ab und zu mache ich das aber trotzdem, und ich bin da glaube ich auch nicht der einzige!

 

Leider habe ich es nicht mehr auf den Teufelsberg geschafft. Das ist ein weiterer legendärer Ort in Berlin. Es war früher mal eine amerikanische Abhör-Station. Er ist fast die höchste Erhebung in Berlin, ein beliebter Ausflugsort und ein Dorado für street-art. Ach so habe ich schon einen weiteren Grund mal wieder in Berlin aufzuschlagen.


Quelle: https://www.pxfuel.com/en/free-photo-xdnvd

 

Berlin lebt aber natürlich nicht nur von seiner Streetart und der Architektur, sondern auch von den unglaublich vielen verrückten Typen, die hier durch die Straßen laufen und sich oftmals auch nicht ungerne fotografieren lassen. Das sind zwar gestellte Street – Portraits, sie gehören meiner Meinung aber auch zur Streetfotografie und haben ihre Berechtigung.



 

Ein weiterer Ort, ganz in der Nähe der Warschauer Straße und der East-Side-Galery, ist die Oberbaumbrücke. Meiner Ansicht nach die schönste Brücke in Berlin. Bekannt ist sie auch aus dem Film „Lola rennt“. Sie verbindet die Stadtteile Kreuzberg und Friedrichshain. Hier finden sich ebenfalls viele skurrile und teilweise auch abgerissene Typen inklusive radfahrender Männer in roten Kleidern unter hängenden Schuhen und Chlochards, die einem zuprosten.




 

Noch ein spannender Aspekt Berlins ist natürlich die Architektur. Im Regierungsviertel beispielsweise und am Potsdamer Platz kommt man da mit Sicherheit auf seine Kosten. Da wir eine Führung im Bundestag gebucht hatten, konnte ich aus der Bibliothek im ersten Stock heraus das Paul-Löbe-Haus fotografieren. Im Sony Center am Potsdamer Platz wiederum war ich schon des Öfteren. Und wie immer hatte es mir die Dachkonstruktion angetan. Sie einfach so zu fotografieren machen viele. Ich wollte mir aber etwas Besonderes ausdenken. So hielt ich mein iPhone an an eine der Glaswände und bekam dadurch eine Spiegelung zustande. Als ich mein iPhone etwas nach oben neigte, bemerkte ich, dass aus der Spiegelung eine Doppelspiegelung wurde.

Mit ein bisschen Kreativität (und dem tollen Weitwinkel- Objektiv im iPhone) kann man also relativ einfach ein spannendes Foto aus einem oft fotografierten Motiv machen.


Auch im geschäftigen Sony Center wird gegen den Krieg demonstriert



Paul Löbe-Haus


 

Das Besondere an Berlin ist, dass es keine glatt gebügelte Hochglanzmetropole ist, sondern sich seine Ecken und Kanten und auch Stacheln, wie hier in einer alternativen Kunstgalerie nahe der ebenfalls sehr bunten und angesagten Simon-Dach-Straße, bewahrt hat…


…und damit nicht wenigen den Kopf verdreht...



…oder sie für immer in ihrem Bann hält.



 

Ich jedenfalls werde noch öfters wiederkommen. Das nächste Mal schon im Herbst. Dann als Lehrer mit meiner Schulklasse. Da werde ich wahrscheinlich noch weniger Zeit zum ernsthaften Fotografieren haben, aber das ein oder andere interessante Bild wird wahrscheinlich doch dabei herausspringen. Ich freue mich auf jeden Fall schon!


Denn…



...für den Arsch ist Berlin wirklich nicht.😎😉👋



Link für das Lied von ideal: https://www.youtube.com/watch?v=J6YRKs_hKFQ


Und wie immer. Über Kommentare von euch freue ich mich.


bis bald


euer Holger

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